60 Jahre Bundeswehr-Sozialwerk e.V.

27. Juli 2020 News Bereich Nord Bereich Ost Bereich Süd Bereich West

AKK sagt Danke

Das Bundeswehr-Sozialwerk kümmert sich seit 1960 um Bundeswehrfamilien. Der lang geplante Festakt musste aber wegen Corona verschoben werden. Jetzt traf sich die Ministerin im Bendlerblock mit dem Bundesvorsitzenden und dem Bundesgeschäftsführer des gemeinnützigen Vereins.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 21. Juli 2020 den Bundesvorsitzenden Oberst i.G. Peter Dormanns und den Bundesgeschäftsführer Regierungsdirektor Norbert Bahl des Bundeswehr-Sozialwerks im Bendlerblock getroffen. Dormanns überreichte der Ministerin eine Jubiläumsbroschüre, die zum 60-jährigen Bestehen des gemeinnützigen Vereins erstellt wurde und interessante Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunftsplanung des Vereins gibt. Kramp-Karrenbauer bedankte sich bei den Vertretern und hob die Verdienste des Sozialwerks für die Angehörigen der Bundeswehr hervor.

Festakt im Mai musste wegen Corona abgesagt werden

Das runde Jubiläum sollte eigentlich im großen Rahmen gefeiert werden. Das Gästecasino im BMVg sollte bereits am 27. Mai 2020 Schauplatz eines zentralen Festakts werden. Die Corona-Epidemie machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung: Die Veranstaltung musste – wie viele andere auch – erst einmal abgesagt werden. Ein Ersatztermin ist bislang noch nicht in Sicht. Die Verantwortlichen hoffen, den Festakt im Herbst nachholen zu können.

Corona und die Folgen für das Bundeswehr-Sozialwerk

Die Corona-Pandemie hat auch das BwSW hart getroffen. Verluste in Millionenhöhe sind durch die Schließung der Häuser, der Absage von Urlaub und Ferienfreizeiten und die damit verbundenen Stornokosten entstanden. Zudem droht mit Blick auf ihre Zweckbindung die Rückzahlung der Zuwendung des Bundes für Kinder- und Jugendfreizeiten. Noch stärker ist die spendenfinanzierte „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ betroffen: Durch die Absage aller Benefiz- und Konzertveranstaltungen sind auch hier Verluste in erheblicher Höhe entstanden. Von daher wies Dormanns darauf hin, dass es der Unterstützung aller Angehörigen der Bundeswehr bedarf, damit auch weiterhin „die Sonne für diejenigen scheint, die das Schicksal hart getroffen hat“. Gerade die aktiven Bundeswehrangehörigen für eine Mitgliedschaft im BwSW zu gewinnen ist Dormanns ein großes Anliegen.

Denn jede Unterstützung hilft gerade jetzt in besonderer Weise, sei es durch eine neue Mitgliedschaft oder durch kleine und große Spenden. Zuletzt konnten rund 100 neue Mitglieder durch die Beilage zur Bezügemitteilung im Frühjahr dieses Jahres gewonnen werden, in der die Ministerin für eine Mitgliedschaft im Bundeswehr-Sozialwerk geworben hatte.

In diesem Sinne bekräftigte auch die Ministerin im Gespräch mit der Führung des Sozialwerks: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass das Sozialwerk der Bundeswehr auch in diesen schwierigen Zeiten seine so wichtige soziale Aufgabe fortführen kann. Deshalb setze ich mich insbesondere in meiner Funktion als Schirmherrin aktiv dafür ein, dass die für das Sozialwerk bereit gestellten Bundesmittel sowohl in 2020 als auch in 2021 deutlich erhöht und von der Zweckbindung befreit werden.“ Zudem versprach sie auch im Bundestag mit der Jubiläumsbroschüre noch einmal um Unterstützung des Sozialwerks zu werben.

Fürsorge für Bundeswehrangehörige im Fokus

Das Bundeswehr Sozialwerk e.V. wurde am 20. Mai 1960 vom damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß in Bonn gegründet. Unter dem Motto „Hier scheint die Sonne“ kümmert es sich um Bundeswehrangehörige und deren Familien – vor allem um jene, denen das Schicksal übel mitgespielt hat.

Die Fürsorgeleistungen des BwSW umfassen soziale, gesundheitliche, sportliche und kulturelle Angebote – unter anderem werden in Deutschland und Europa zahlreiche Hotels und Ferienwohnungen unterhalten. Dort können Angehörige der Bundeswehr und ihre Familien kostengünstig Urlaub machen. Auch für dienstliche Veranstaltungen und Tagungen werden diese intensiv genutzt. Seit 1975 übernimmt der jeweilige Verteidigungsminister oder die jeweilige Verteidigungsministerin auch die Schirmherrschaft für das BwSW.

Außerdem hat das BwSW Kinder- und Jugendfreizeiten, Sprachreisen, Kulturreisen und mehr im Angebot, welche überwiegend durch dafür ausgebildete Ehrenamtler begleitet werden. Einkommensschwache Familien werden mit Zuschüssen unterstützt.

Besonders bekannt ist die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“, mit der das Bundeswehr-Sozialwerk vor allem Familien mit beeinträchtigten Kindern unterstützt. Weitere Standbeine des BwSW sind die Unterstützung einsatzgeschädigter Soldatinnen und Soldaten und die Arbeit mit den Hinterbliebenen getöteter Bundeswehrangehöriger.

Das Sozialwerk hat rund 115.000 Mitglieder

Finanziert wird die Arbeit des BwSW durch Spenden, Erlöse aus den Ferieneinrichtungen, Mitgliedsbeiträge und einen zweckgebundenen Bundeszuschuss für Kinder- und Jugendfreizeiten, der sich an der Anzahl der beitragszahlenden Mitglieder bemisst. Mitglied können alle aktiven und ehemaligen Bundeswehrangehörigen mit ihren Familien werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt aktuell vier Euro im Monat. Ende 2019 hatte das Bundeswehr-Sozialwerk rund 115.500 Mitglieder, von denen sich 2.500 Menschen aus Solidarität mit ihren Kameraden und Kolleginnen ehrenamtlich engagieren. Das BwSW hat in nahezu jeder Dienststelle der Bundeswehr eine eigene Dependance, insgesamt gibt es mehr als 300 solcher Regional- und Betreuungsstellen.

Autor: Timo Kather